Woher kommt Kondenswasser auf meiner Haustür?

Luftfeuchtigkeit: Warum Haustüren nass werden – und was du dagegen tun kannst

Warum sind Fenster oder sogar die Haustür innen feucht, obwohl es draußen gar nicht regnet?

Die Ursache liegt meistens nicht am Fenster, an der Tür oder an der Wand – sondern an der Luft im Raum. Schon ein paar Prozentpunkte Luftfeuchtigkeit entscheiden darüber, ob Oberflächen trocken bleiben oder sich Kondenswasser bildet.

Was bedeutet relative Luftfeuchtigkeit?

Unsere Raumluft enthält immer unsichtbaren Wasserdampf. Die relative Luftfeuchtigkeit gibt an, wie „voll“ die Luft gerade mit Wasserdampf ist – angegeben in Prozent.

Wichtig dabei:
Warme Luft kann deutlich mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte. Wird also warme Luft durch Abkühlen zu kalter Luft, steigt die relative Luftfeuchtigkeit automatisch an – selbst dann, wenn sich die absolute Menge an Wasser gar nicht verändert. Genau dieser Effekt spielt später beim Kondenswasser eine entscheidende Rolle.

Wie entsteht Kondenswasser?

Wird feuchte Luft abgekühlt, kann sie weniger Wasserdampf halten. Der Überschuss wird sichtbar – als Kondenswasser, das sich niederschlägt.
Das passiert immer zuerst an kalten Oberflächen und je höher die Luftfeuchtigkeit im Raum ist, desto schneller und stärker tritt dieser Effekt auf.

Kondenswasser ist also kein Hinweis auf ein Leck oder ein defektes Bauteil, sondern ein Zusammenspiel aus Temperatur und Feuchtigkeit der Luft.

Wie viel Luftfeuchtigkeit ist optimal?

Für Wohnräume gilt ein klarer Richtwert:

Optimal: 40–50 % relative Luftfeuchtigkeit

  • angenehm für Menschen

  • geringes Risiko für Kondenswasser

  • Schimmelbildung wird effektiv verhindert

50 - 60 % relative Luftfeuchtigkeit

  • bei normaler Raumtemperatur von ca. 20°C bildet sich häufig Kondenswasser an kalten Stellen

  • hier sollte schon gegengesteuert werden

60 - 70 % relative Luftfeuchtigkeit

  • Schimmel entsteht früher oder später fast sicher

  • besonders an Ecken, Fenstern, hinter Möbeln oder in schlecht belüfteten Bereichen

Merke:
Über längere Zeit zu feuchte Raumluft ist fast immer problematisch – auch wenn man noch kein Wasser oder noch keine Flecken sieht.

Warum sind Fenster, Haustür und Außenwände besonders betroffen?

Fenster, Türen und Außenwände sind im Winter die kältesten Flächen im Raum. Typische Problemstellen sind:

Hier kühlt die Luft zuerst ab – und hier schlägt sich die Feuchtigkeit nieder.

Die häufigsten Ursachen für zu viel Feuchtigkeit im Alltag

In den meisten Fällen entsteht zu viel Feuchte ganz normal im täglichen Leben:

  • Duschen und Baden

  • Kochen

  • Wäsche trocknen

  • viele Personen im Raum

  • Zimmerpflanzen

Verstärkt wird das Problem durch:

  • zu wenig Lüften

  • ungleichmäßiges oder zu sparsames Heizen

  • kalte Zonen in einzelnen Räumen

  • zu wenig Luftbewegung, etwa durch Möbel direkt an Außenwänden oder schlecht belüftete Ecken

Ein Neubau hat besonders viel Feuchtigkeit

Ein neu gebautes Haus bringt enorme Mengen Restfeuchte aus der Bauphase mit. Beton, Estrich, Putz und Mauerwerk geben oft monatelang Wasser an die Raumluft ab.

Das bedeutet:

  • deutlich mehr Wasserdampf in der Luft

  • Kondenswasser tritt in den ersten Monaten wesentlich häufiger auf

Gerade im Neubau ist deshalb konsequentes Lüften besonders wichtig – oft mehr, als man es aus älteren Gebäuden kennt.

Die gute Nachricht:
Nach dem ersten bewohnten Winter trocknet das Gebäude spürbar aus. Das Feuchtigkeitsproblem wird danach meist deutlich geringer.

Was du konkret tun kannst um Luftfeuchtigkeit zu reduzieren

Mit ein paar einfachen Maßnahmen lassen sich die meisten Probleme zuverlässig vermeiden:

  • Luftfeuchtigkeit kontrollieren
    Ein Hygrometer an gefährlichen Stellen aufstellen und den Zielbereich von 40–50 % im Blick behalten.

  • Richtig lüften
    Stoßlüften! Dreimal pro Tag, solange bis kein Fenster mehr beschlagen ist. Gekippte Fenster sind nutzlos und kosten nur Heizkosten.

  • Gleichmäßig heizen
    Räume nicht komplett auskühlen lassen – auch selten genutzte Zimmer.

  • Luft zirkulieren lassen
    Möbel mit Abstand zur Außenwand aufstellen und Heizkörper nicht zustellen.

Fazit

Kondenswasser entsteht, wenn feuchte Luft auf kalte Oberflächen trifft.
Der sichere Bereich liegt bei 40–50 % Luftfeuchtigkeit. Über 50 % wird Kondenswasser wahrscheinlich, bei 60–70 % ist Schimmel fast vorprogrammiert.

Neubauten sind anfangs besonders feucht – das ist normal, erfordert aber aktives Lüften.
Wer seine Luftfeuchtigkeit misst, richtig lüftet und gleichmäßig heizt, kann Feuchteigkeitsprobleme und Schimmel in den allermeisten Fällen zuverlässig vermeiden.

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